Von Influencern & dem echten Leben

Influencing ist in unserer Zeit nicht mehr wegzudenken. Während es vor ein paar Jahren noch eine Seltenheit war und manche Influencer Star-Status hatten, kann jetzt so ziemlich jeder in jeder Nische Influencer werden.

Aber irgendwie auch nicht – denn der „Markt“ ist ganz schön übersättigt und Wiedererkennungswert ist dafür wiederum zur Seltenheit geworden.

Jeder strebt irgendwie danach, schnell viral zu gehen. Wir lassen uns leiten von steigenden und wachsenden Zahlen – und auch ich kann mich davon nicht freisprechen. Ich möchte gesehen werden. Ganz klar. Wenn ich online meine Inspiration mit euch teile, genieße ich es, wenn mein Beitrag besonders viele Likes bekommt.

Es füttert das Ego. Und ich denke, davon können sich die wenigsten von uns freisprechen.

Ist Social Media das Problem?

Wisst ihr, ich weiß gar nicht, wohin dieser Text führen soll. Was ich wirklich für eine Message rüber bringen möchte. Ich weiß nur, dass in meinem Herzen ein schwerer Stein liegt, der da schon eine Weile existiert.

Immer wieder vermisse ich „die guten alten Zeiten von Social Media“ – als Instagram noch blau war und jeder komische Filter über seine Fotos gelegt hat.

Aber nicht die, die das Gesicht perfektionieren. Sondern die mit den Licht- und Farbspielen.

Als man noch geteilt hat, was man gerade liest und frühstückt.

Bin ich zu nostalgisch?

Ich möchte keineswegs die Vergangenheit zurückholen. Fortschritt ist wichtig. Aber wann haben wir den Punkt überschritten? Den Punkt, an dem Persönlichkeit verloren geht, da es wichtiger ist, wieviele Menschen uns sehen – und beurteilen können?

Ich bin vielleicht selbst sehr im Zwiespalt. Vor allem, seitdem ich als Mama blogge – über meinen Alltag mit Kids. Und über Inspiration und Kindheitszauber. Und wenn ich weiß, dass die Kastanien, die meine Tochter stolz gesammelt hat, nicht ausreichen für den Algorithmus, um sichtbar zu bleiben.

Jeder muss irgendwie das Rad neu erfinden. Immer Input geben.

Das Leben & der Alltag reichen nicht mehr aus. Es muss immer eine Information geben. Immer etwas besonderes sein.

Man muss einen Einfluss haben. Influencer sein. Dann wird man sichtbar.

Und dann frage ich mich wieder: ist das denn das Ziel? Sichtbar zu sein? Ist das alles? Von vielen Menschen, die ich nicht einmal kenne, gesehen zu werden?

Oder ist viel eher das Ziel von Social Media, eine Community aufzubauen? Zu connecten? Menschen zu finden, mit denen man in einer Bubble co-existieren kann. Sich austauscht über Horizonte, die erweitert werden wollen…

Vielleicht ist nicht Social Media das Problem, sondern wie es mittlerweile genutzt wird. Als Werbeplattform. Als Reality TV Show mit Darstellern in ihrem eigenen Leben mit dem Fokus auf „Leben verkaufen“. Das Leben, das sie haben, schmackhaft machen. So, wie es damals die Kardashians machten, nur, dass wir mittlerweile den Eindruck bekommen, es sei normal, so zu leben. Vielleicht ist es auch „Normalität verkaufen“. Normalität, die vielleicht gar keine ist.

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About Me

Hi, ich bin Julia, frische 30 Jahre alt und zweifache Mama. Verheiratet bin ich auch – ah & Fotografin. Aber irgendwie auch Hobbybloggerin. Also sehr viel. Hier auf meinem Blog versuche ich dich dazu zu inspirieren, inmitten des chaotischen Familienalltags dein Gold & Glitzer zu finden. Die Kindheitsmagie. Bleib ne Weile!